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Abermillionen Menschen machen in der Vorweihnachtszeit den gleichen Handgriff: Sie nehmen einen Kerzenhalter und klemmen ihn an einen Tannezweig. Was die meisten nicht wissen: ein Leipziger war's, der ihnen die Lichterfreude beschert hat!

Zum Weihnachtsfest 1875 hatten die sächsischen Zeitungen ihre Sensation: Die größte Erfindung unseres Jahrhunderts - der nichtkippbare Kerzenhalter von Clemens KEITEL!

Heimatforscher Tylo Peter trug mühsam alle Fakten zusammen: Keitel, am 24. Oktober 1832 in Leipzig geboren, zog 1856 nach Pegau. Dort verkaufte der Nadelmacher in einem kleinen Laden am Markt seine Näh- und Stecknadeln, hin und wieder auch amerikanische Nähmaschinen. Während einer Geschäftsflaute kam ihm die zündende Idee, die er am 18. August 1874 beim Patentamt in den USA einreichte. Patentantrag

Der Candelholder erhielt das US-Patent 155450. Keitel gründete ein Fabrik und wurde in wenigen Jahren zum Marktführer! Er belieferte alle europäischen Städte, sogar bis Moskau.

Keitels Fabrik ist heute ein Wohnhaus.

Artikel von Rudolf Böttger

Bildzeitung vom 1.12.1993

   

Stand: 22.06.09