Clemens Keitel

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Ein Arbeiter erzählt

 
 

 

Anton Clemens Theodor KEITEL wurde am 24. Oktober 1832 in Leipzig als 22. Kind seines Vaters Christian Samuel KEITEL und dessen 3. Ehefrau Christiane Friederike HENNICKE geboren.

Clemens erlernte den Beruf eines Nadelmachers und wurde Meister in dieser Profession, erwarb 1856 in Pegau das Bürgerrecht und machte sich in der Schlossergasse 1 sesshaft. Er heiratete im Jahr 1867 Hedwig SCHILLING aus Pegau. Neben dem Nadlerhandwerk betrieb er ein Ladengeschäft. Ab 1869 verkaufte er auch amerikanische Nähmaschinen. Als der Absatz der Stecknadeln stagnierte, stellte er auf die Herstellung von Christbaumschmuck und Blechwaren um und gründete einen Fabrikbetrieb.

1874 reichte er in den USA einen Patentantrag auf seinen verbesserten Kerzenhalter ein. Dieser erhielt die Patentnummer 155 450. Er vermarktete diese, wie auch weitere Novitäten und Erfindungen sehr erfolgreich. Insgesamt enthielt der Katalog der Keitelschen Fabrik, der 100 Seiten umfasste, 1532 Positionen. Ausgezeichnet und prämiert auf Ausstellungen in Moskau (1872), Leipzig (1877, 1897), Frankfurt (1881), Berlin (1883) und Borna (1896) gehörte das Keitelsche Unternehmen zu den Marktführern seiner Branche mit Exporten in alle europäischen Länder und nach Amerika. Die ständig steigende Nachfrage konnte nur durch einen Fabrikneubau befriedigt werden. Diese entstand zwischen Schlossergasse und Volkshaus, der damaligen Börsenhalle.

Clemens übergab die Fabrik seinen beiden Söhnen Hugo und Otto Anfang der 90er Jahre. Er tüftelte weiter, unter anderem an einem Lebensrettungsapparat, der am 13.10.1898 in Pegau von ihm getestet wurde und ebenfalls als Patent eingereicht werden sollte. Clemens starb im Jahre 1903 als geachteter Bürger in Pegau. Seine Söhne führten die Fabrik weiter, aber schon im Jahr 1918 standen die Fabrikhallen leer. Bis jetzt weiß ich nicht warum.

Ich habe mich auf die Suche begeben, auf die Suche nach den Spuren meiner Vorfahren. Nach Spuren ihres Lebens und Wirkens, nach Geschichten aus ihrem Alltag und ich hoffe auf Antworten, auf meine vielen Fragen.